Xiegu G7250 angekündigt: 100 W, SDR und ein Bediengerät per Ethernet
Xiegu bereitet mit dem G7250 einen neuen Transceiver für Kurzwelle und 6 m vor. Interessant ist vor allem das Konzept: 100 W Sendeleistung auf Kurzwelle, direkte HF-Abtastung, ein sieben Zoll großes Bediengerät und eine getrennte Gerätearchitektur mit Ethernet-Verbindung.
Der Xiegu G720 Prototyp
Der Xiegu G7250 ist noch kein fertiges Seriengerät. Radioddity zeigt das Modell derzeit als Vorschau auf Basis eines Prototyps. Preis, Liefertermin, Gewicht, Abmessungen und endgültige technische Daten sind noch nicht bekannt. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, weil Xiegu damit sichtbar in Richtung vernetzter Stations-Transceiver geht.
Vom Portabelgerät zur vernetzten Station
Viele Funkamateure kennen Xiegu vor allem durch kompakte Geräte wie den G90 oder die X6100-Serie. Diese Geräte stehen eher für bezahlbare, transportable Funktechnik. Der G7250 wirkt vom Konzept her anders. Er zielt nicht nur auf den kleinen Portabelplatz, sondern auf eine Station, bei der Funkgerät, Bedienplatz und digitale Verarbeitung räumlich getrennt werden können.
Die auffälligste Eigenschaft ist die geteilte Bauweise. Die eigentliche Funkgeräte-Einheit und das Bediengerät können getrennt aufgestellt werden. Laut Radioddity erfolgt die Verbindung über Ethernet mit einer Entfernung von bis zu 100 m. Das kann für Stationen interessant sein, bei denen das Gerät nahe an der Antennentechnik oder in einem anderen Raum stehen soll, während das Bediengerät bequem am Arbeitsplatz bleibt.
Ethernet zwischen Gerätebasis und Bedienkopf ist ein starkes Konzept. Für Remote-Betrieb im Alltag zählen aber auch Latenz, Stabilität, Audioführung, Software, Netzwerkverhalten und die Bedienbarkeit bei schwierigen Bedingungen.
100 W auf Kurzwelle, 90 W auf 6 m
Nach der aktuellen Radioddity-Angabe soll der G7250 auf den Kurzwellenbändern 100 W liefern. Auf dem 6-m-Band werden 90 W genannt. Als Frequenzbereiche sind 0,5 bis 30 MHz sowie 50 bis 54 MHz angegeben. 70 MHz (4 m) fehlen offensichtlich. Unterstützt werden SSB, CW, NFM, AM und digitale Betriebsarten.
Der Empfänger soll mit direkter HF-Abtastung arbeiten. Dabei wird das empfangene HF-Signal sehr früh digitalisiert und anschließend per Software verarbeitet. Für moderne SDR-Geräte ist das ein wichtiger Ansatz, weil Filterung, Spektrumanzeige, Wasserfall und digitale Signalverarbeitung sehr flexibel umgesetzt werden können.
Radioddity nennt außerdem ein hochauflösendes Wasserfalldiagramm, digitale Filter, Rauschminderung, Noise Blanker und Notch-Funktionen. Solche Angaben klingen auf dem Papier gut. Entscheidend wird aber sein, wie der Empfänger unter realen Bedingungen arbeitet, etwa bei starken Nachbarsignalen, im Contestbetrieb oder an großen Antennen.
Bedienung per Touchscreen und Tasten
Das abgesetzte Bediengerät soll einen sieben Zoll großen kapazitiven Touchscreen besitzen. Zusätzlich nennt Radioddity 19 physische Bedientasten. Diese Kombination ist sinnvoll, weil reine Touch-Bedienung im Funkbetrieb nicht immer ideal ist. Viele Funktionen müssen schnell erreichbar bleiben, ohne in Menüs zu suchen.
Für die Praxis zählt am Ende weniger die Größe des Displays als die Umsetzung der Bedienlogik. Ein großer Bildschirm hilft bei Spektrum und Wasserfall. Er ersetzt aber keine saubere Menüstruktur, schnelle Reaktion und sinnvoll belegte Bedienelemente.
Netzwerk-Streaming für SDR-Software
Spannend ist die angekündigte Übertragung des Basisbands über das Netzwerk. Radioddity beschreibt, dass darüber eine flexible Verarbeitung auf der Empfangsseite mit kompatibler SDR-Software möglich sein soll, zum Beispiel HDSDR.
Das kann für digitale Betriebsarten, Monitoring und Spezialanwendungen interessant werden. Gleichzeitig bleibt offen, wie weit diese Funktion tatsächlich reicht. Bisher ist nicht belegt, welche Datenformate genutzt werden, welche Bandbreiten möglich sind, wie stabil das Streaming läuft und welche Software später wirklich sauber unterstützt wird.
Der Antennentuner des G7250
Der eingebaute automatische Antennentuner soll laut Radioddity Lastimpedanzen zwischen 20 und 150 Ω anpassen. Welche induktiven oder kapazitiven Blindanteile innerhalb dieses Bereichs zulässig sind, ist bislang nicht angegeben. Bei rein ohmschen Lasten entsprechen die beiden Randwerte in einem 50-Ω-System einem SWR von 2,5:1 auf der niederohmigen beziehungsweise 3:1 auf der hochohmigen Seite.
Diese Werte beschreiben den praktischen Anpassbereich nur unvollständig. Ob der Tuner eine reale Antenne abstimmen kann und die gefundene Anpassung auch bei voller Sendeleistung sicher verkraftet, hängt zusätzlich von den Blindanteilen, der Frequenz, den Bauteilgrenzen und dem gesamten Speisesystem ab.
Ein direkter Vergleich mit dem Tuner des Xiegu G90 ist anhand der bisher veröffentlichten Angaben nicht möglich. Radioddity nennt für den G90 ein maximales SWR von 5:1, für den G7250 dagegen lediglich eine Impedanzspanne. Bei Antennen, deren Impedanz am Tuner bereits nahe 50 Ω liegt, dürfte der angegebene Bereich in vielen Fällen ausreichen. Wer stark verkürzte, nicht resonante oder auf mehreren Bändern außerhalb ihrer Resonanz betriebene Antennen verwendet, sollte vollständige technische Daten und unabhängige Messungen abwarten.
Was vor einer Kaufempfehlung offenbleibt
Der G7250 ist eine interessante Ankündigung. Radioddity weist selbst darauf hin, dass die veröffentlichten Daten auf einem Prototyp beruhen und nicht die endgültigen Produktspezifikationen darstellen.
Für Funkamateure in Deutschland sind vor allem diese Punkte offen: europäischer Preis, Liefertermin, CE-Konformität, Händler- und Serviceabwicklung, endgültige Firmware, Stabilität der Netzwerkfunktionen, reale Empfängerleistung und die Qualität des Sendesignals. Gerade bei einem 100-W-Transceiver sind saubere Nebenwellenaussendungen und zuverlässiges Verhalten unter Last keine Nebensache.
Auch die Stromversorgung ist zu beachten. Radioddity nennt eine Versorgungsspannung von 9,0 bis 15,0 V und einen maximalen Sendestrom von 25 A. Damit gehört das Gerät nicht mehr in die Klasse kleiner QRP-Transceiver.
Einordnung
Xiegu bewegt sich mit dem G7250 sichtbar vom günstigen Kompaktgerät in Richtung vernetzter Stations-Transceiver. Das Konzept ist interessant, weil es klassische Amateurfunktechnik, SDR-Verarbeitung und flexible Stationsaufstellung verbindet.
Ob daraus ein wirklich überzeugendes Gerät wird, hängt nicht nur an der Featureliste. Entscheidend werden Empfängerqualität, Sendersignal, Firmwarepflege, Bedienkonzept und Netzwerkstabilität sein. Bis unabhängige Messungen und die endgültigen Produktdaten vorliegen, bleibt der G7250 eine vielversprechende Ankündigung mit mehreren offenen Fragen.
Das Innenleben des Xiegu G7250
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Dann besuche uns nach kurzer Voranmeldung an jedem dritten Montag im Monat ab 18:30 Uhr im Galileum in Solingen-Ohligs. Weitere Informationen zu unseren OV-Abenden findest du auf unserer Website www.cqsg.de unter „Termine“.
Wenn du bereits Funkamateur bist, melde dich gern auf unserer OV-Frequenz 144,7125 MHz. Wir freuen uns auf dich! 🤗
Quellen und weiterführende Informationen
Radioddity vom 21. Juli 2026: Xiegu G7250 100W HF and 6m Transceiver
Bildquellen
Außenansicht Prototyp und Fotos des Innenlebens: Radioddity
Titelbild auf Basis eines Produktshots mit KI erstellt und modifiziert





