Inselstationen gesucht: So funktioniert der RSGB IOTA Contest 2026
Am letzten Juliwochenende werden Inselstationen aus aller Welt zu begehrten Funkzielen. Der RSGB IOTA Contest läuft vom 25. Juli 2026 um 12:00 UTC bis zum 26. Juli um 12:00 UTC. In Deutschland entspricht das Samstag 14:00 Uhr bis Sonntag 14:00 Uhr MESZ. Mitmachen kann jeder lizenzierte Funkamateur. Eine eigene Inselstation ist dafür nicht erforderlich.
Der Wettbewerb verbindet klassischen Contestbetrieb mit dem Sammeln von Inselgruppen für das IOTA-Programm. Wer nur einige Verbindungen herstellen möchte, kann ebenso teilnehmen wie ein erfahrener Contester mit einer durchgeplanten 24-Stunden-Strategie.
Was bedeutet IOTA?
IOTA steht für „Islands On The Air“. Das Programm ordnet Inseln und Inselgruppen sogenannten IOTA-Referenzen zu. Diese bestehen aus einem Kontinentalkürzel und einer dreistelligen Nummer. EU-129 bezeichnet beispielsweise die deutsche Ostseeinselgruppe mit Usedom.
Eine Referenz muss nicht immer für eine einzelne Insel stehen. Mehrere geografisch zusammengehörende Inseln können gemeinsam eine IOTA-Gruppe bilden. Für Diplomjäger zählt eine bestätigte Verbindung mit einer qualifizierten Insel dieser Gruppe.
Die Kontinentalkürzel lauten unter anderem EU für Europa, AF für Afrika, AS für Asien, NA für Nordamerika und SA für Südamerika. Dabei richtet sich die IOTA-Zuordnung nach geografischen Gruppen. Die italienische Insel Pantelleria gehört beispielsweise zur Referenz AF-018, obwohl sie politisch zu Italien gehört.
Der Contest soll Funkverbindungen mit solchen Inselstationen fördern und zugleich Funkamateure dazu motivieren, Inseln für ein Wochenende mit einer Amateurfunkstation zu aktivieren.
Jeder lizenzierte Funkamateur kann teilnehmen
Eine Station auf einer anerkannten IOTA-Insel wird im Wettbewerb als „Island Station“ geführt. Alle anderen Teilnehmer starten als „World Station“. Wer aus Solingen oder einem anderen Standort auf dem Festland funkt, gehört damit zur zweiten Gruppe.
World Stations dürfen ausschließlich als Single Operator teilnehmen. Der Funkbetrieb und die Bedienung der Station liegen während des Wettbewerbs also bei einer Person. Mehrmannstationen sind nur in den Kategorien für Inselstationen vorgesehen.
Für deutsche Funkamateure gelten unabhängig von den Contestregeln die Frequenzbereiche und Leistungsgrenzen ihrer jeweiligen Zeugnisklasse. Auch mit Klasse N ist eine Teilnahme möglich. Von den fünf Contestbändern steht dieser Klasse in Deutschland das 10-Meter-Band zur Verfügung. Ob dort Verbindungen gelingen, hängt allerdings von den aktuellen Ausbreitungsbedingungen ab.
Single-Operator-Teilnehmer können zwischen mehreren Kategorien wählen:
◉ 12 oder 24 Stunden Betriebszeit
◉ CW, SSB oder Mixed Mode
◉ Assisted oder Unassisted
◉ QRP mit höchstens 5 W Ausgangsleistung
◉ Low Power mit höchstens 100 W Ausgangsleistung
◉ High Power im Rahmen der eigenen Zulassung, maximal jedoch 1.500 W Ausgangsleistung
Die internationale Obergrenze der High-Power-Kategorie erweitert keine nationalen Befugnisse. Für eine deutsche Station bleibt die nach Zeugnisklasse und Amateurfunkverordnung zulässige Leistung verbindlich.
Für Funkamateure, die zum Zeitpunkt des Contests seit weniger als drei Jahren lizenziert sind, gibt es zusätzlich die Wertung „Newcomer“. Sie wird als Overlay über die gewählte Single-Operator-Kategorie gelegt.
Gefunkt wird auf fünf Kurzwellenbändern
Der Contest findet auf 80, 40, 20, 15 und 10 Meter statt. Zulässig sind CW und SSB. Digitale Betriebsarten wie FT8, FT4 oder RTTY gehören nicht zum Wettbewerb.
Die vorgesehenen Frequenzbereiche für Contestbetrieb und die anerkannten CW-Bereiche der Bänder sind zu beachten. Außerhalb des Wettbewerbs laufende Funkrunden, digitale Betriebsarten und andere schmalbandige Anwendungen sollten nicht gestört werden.
Der gesamte Contest dauert 24 Stunden. Single-Operator-Stationen dürfen alternativ in der 12-Stunden-Kategorie starten. Diese zwölf Stunden müssen nicht zusammenhängend absolviert werden. Pausen innerhalb des gewerteten Betriebszeitraums müssen jedoch mindestens 60 Minuten dauern, damit sie als Unterbrechung zählen.
Du musst die verfügbare Zeit nicht vollständig ausschöpfen. Auch ein kleines Log mit einigen gezielt gearbeiteten Inselstationen kann eingereicht werden.
Dieser Austausch gehört in das Log
World Stations übermitteln einen Signalrapport und eine fortlaufende Seriennummer. In SSB könnte der Austausch beispielsweise „59 023“ lauten. In CW wird üblicherweise ein RST-Rapport verwendet, etwa „599 023“.
Island Stations senden zusätzlich ihre IOTA-Referenz. Eine vollständige Meldung könnte dann beispielsweise „59 378 EU-129“ lauten.
Die Seriennummer beginnt mit 001 und wird für jedes weitere QSO erhöht. Wer in Mixed Mode arbeitet, verwendet eine gemeinsame Nummernfolge für CW und SSB. Getrennte Nummernkreise für die beiden Betriebsarten sind bei Single-Operator-Stationen nicht vorgesehen.
Für Einsteiger ist vor allem wichtig, den vollständigen Austausch abzuwarten. Rufzeichen, Seriennummer und gegebenenfalls IOTA-Referenz müssen korrekt im Log stehen. Bei Unsicherheit ist eine kurze Rückfrage besser als ein geratenes Zeichen.
Inselstationen bringen Punkte und Multiplikatoren
Für eine World Station bringt eine Verbindung mit einer anderen World Station zwei QSO-Punkte. Ein QSO mit einer Island Station zählt dagegen 15 Punkte.
Bei Inselstationen ist die Wertung etwas anders. Eine Verbindung mit einer World Station oder einer Station aus derselben IOTA-Referenz bringt fünf Punkte. Verbindungen mit Stationen aus anderen IOTA-Gruppen werden mit 15 Punkten gewertet.
Zusätzlich zählen die gearbeiteten IOTA-Referenzen als Multiplikatoren. Jede Referenz kann auf jedem Band sowie getrennt in CW und SSB erneut gewertet werden.
Wird EU-129 auf 20 Meter in SSB gearbeitet, entsteht dort ein Multiplikator. Eine weitere Verbindung mit EU-129 auf 20 Meter in CW ergibt einen zusätzlichen Multiplikator. Gelingt das QSO später auch auf 40 Meter in SSB, kommt ein dritter hinzu.
Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Summe aller QSO-Punkte, multipliziert mit der Gesamtzahl der erreichten Multiplikatoren. Wer eine hohe Wertung anstrebt, sollte deshalb nicht nur möglichst viele Verbindungen herstellen. Der Wechsel zwischen Bändern und Betriebsarten kann ebenso entscheidend sein.
So gelingt der Einstieg ohne Conteststress
Für den ersten IOTA Contest bietet sich die Methode „Search and Pounce“ an. Dabei rufst du nicht selbst CQ, sondern suchst das Band nach interessanten Stationen ab und antwortest gezielt auf deren Anrufe.
Höre zunächst einige QSOs mit. Dadurch erkennst du den Rhythmus der Station und weißt, an welcher Stelle Rufzeichen, Rapport, Nummer und IOTA-Referenz genannt werden. Rufe möglichst erst dann, wenn du das Rufzeichen sicher aufgenommen hast.
Ein für den IOTA Contest eingerichtetes Logprogramm erleichtert die Arbeit erheblich. Unter anderem unterstützen N1MM+, SD, Writelog und SkookumLogger den Wettbewerb. Vor dem Start sollten Contestname, Betriebsart, Teilnehmerkategorie und eigene Zeitzone kontrolliert werden.
Die RSGB empfiehlt außerdem eine CAT-Verbindung zwischen Funkgerät und Logsoftware. Dadurch werden Frequenz und Betriebsart automatisch übernommen. Falsche Band- oder Moduseinträge können bei der Auswertung zum Verlust von Punkten führen.
Wer in der 12-Stunden-Kategorie startet, sollte Pausen bewusst planen. Eine Unterbrechung von 45 Minuten gilt nach den Regeln weiterhin als Betriebszeit. Erst eine Pause von mindestens 60 Minuten wird als gültige Auszeit berücksichtigt.
Diese Inselstationen wurden für 2026 angekündigt
Für das Contestwochenende liegen zahlreiche Ankündigungen aus Europa und Übersee vor. Die Liste ist eine Planungshilfe und keine Garantie. Wetter, Reiseprobleme, Technikschäden oder kurzfristige Genehmigungsfragen können eine Aktivierung verändern oder verhindern.
Zu den angekündigten Stationen gehören unter anderem:
◉ DK1A von Usedom mit der Referenz EU-129. Die deutsche Inselstation plant eine Teilnahme als Multi-2.
◉ PA/DL1KVN/P von Terschelling, EU-038. Angegeben sind eine Low-Power-DXpedition in CW auf 40 und 20 Meter sowie Vertikalantennen.
◉ I/DL3NC von Lipari, EU-017. Die Station ist als Low-Power-DXpedition angekündigt.
◉ GM7V von Benbecula, EU-010. Geplant ist eine Assisted-Teilnahme als Multi-2.
◉ PY5DC von Ilha do Mel, SA-047. Die brasilianische Inselstation wurde für SSB und Low Power gemeldet.
◉ VP5G von North Caicos, NA-002. Die Planung nennt eine 24-Stunden-Teilnahme in SSB mit High Power. Bei dieser Aktivierung wurde darauf hingewiesen, dass möglicherweise ein anderes Rufzeichen verwendet wird.
◉ VU4R von South Andaman, AS-001. Die Station aus der Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren ist für SSB auf 40 bis 10 Meter angekündigt.
Für Stationen in Deutschland dürften die europäischen Inselgruppen meist die realistischsten Ziele darstellen. Nordamerika, Südamerika oder die Andamanen werden stärker von Bandbedingungen, Antenne, Tageszeit und Leistung abhängen.
Da die Ankündigungsliste laufend ergänzt und korrigiert wird, sollte sie unmittelbar vor dem Contest noch einmal geprüft werden.
Neue Regel für Self-Spotting
Die wichtigste Regeländerung für 2026 betrifft das Self-Spotting. Teilnehmer in einer Assisted-Kategorie dürfen ihre eigene Station im DX-Cluster melden.
Ein eigener Spot ist erlaubt, wenn auf einer neuen Frequenz erstmals nach Verbindungen gerufen wird. Weitere Self-Spots auf dieser Frequenz dürfen anschließend höchstens im Abstand von zehn Minuten erfolgen.
Wer Self-Spotting oder den DX-Cluster nutzt, muss das Log als Assisted einreichen. Für Unassisted-Teilnehmer bleibt die Nutzung solcher Unterstützung ausgeschlossen.
Für Stationen, die ausschließlich andere Teilnehmer suchen und anrufen, ist die Änderung weniger bedeutend. Wer selbst CQ ruft, kann seine Aktivität damit gezielt sichtbar machen. Zugleich bleibt die Trennung zwischen Assisted und Unassisted für eine vergleichbare Wertung notwendig.
Das Log muss innerhalb von fünf Tagen eingereicht werden
Das Contestlog ist im Cabrillo-Format über das Uploadsystem des RSGB Contest Committee einzureichen. Dafür gilt eine Frist von fünf Tagen nach dem Ende des Wettbewerbs.
Der Upload-Roboter prüft das Dateiformat. Bei formalen Fehlern wird die Datei abgelehnt und muss korrigiert erneut eingereicht werden. Nach dem Upload sollte kontrolliert werden, ob das eigene Rufzeichen in der Liste der eingegangenen Logs erscheint.
Rufzeichen und ausgetauschte Angaben dürfen nach dem Contest nicht mithilfe von Datenbanken, Aufzeichnungen, E-Mails oder anderen Quellen nachträglich berichtigt werden. Eingetragen wird, was während des QSOs tatsächlich aufgenommen und ausgetauscht wurde.
Ein Contest für kleine und große Stationen
Der IOTA Contest bietet einen vergleichsweise einfachen Einstieg. Jeder lizenzierte Funkamateur kann teilnehmen, ein Mindestumfang wird nicht verlangt und die gesuchten Inselstationen sind im laufenden Betrieb gut zu erkennen. Durch die getrennten Multiplikatoren für Bänder und Betriebsarten bleibt der Wettbewerb auch für erfahrene Contester anspruchsvoll.
Die Kehrseite sind volle Kurzwellenbänder, teils große Pile-ups und ein Regelwerk, das spätestens bei einer ernsthaften Wertung sorgfältig gelesen werden muss. Funkamateure der Klasse N sind außerdem auf das 10-Meter-Band beschränkt und damit besonders von den Ausbreitungsbedingungen abhängig.
Für einen ersten Versuch reicht es, das Logprogramm vorzubereiten, ein verfügbares Band abzusuchen und einige Inselstationen zu arbeiten. Vielleicht entsteht daraus die erste Contestteilnahme. Vielleicht fehlt für das IOTA-Diplom anschließend nur noch eine weitere Inselgruppe.
Interessierst du dich für Technik und Amateurfunk?
Dann besuche uns nach kurzer Voranmeldung an jedem dritten Montag im Monat ab 18:30 Uhr im Galileum in Solingen-Ohligs. Weitere Informationen zu unseren OV-Abenden findest du auf unserer Website www.cqsg.de unter „Termine“.
Wenn du bereits Funkamateur bist, melde dich gern auf unserer OV-Frequenz 144,7125 MHz. Wir freuen uns auf dich! 🤗
Quellen und weiterführende Informationen
RSGB Contest Committee, aktualisiert am 10. Februar 2026: Regeln des RSGB IOTA Contests 2026
RSGB Contest Committee: Häufige Fragen zum IOTA Contest
RSGB vom 17. Juli 2026: Contest News für den 19. Juli 2026
NG3K: Angekündigte Aktivitäten zum RSGB IOTA Contest 2026
Islands On The Air: Informationen zum IOTA-Programm
RSGB Contest Committee: Cabrillo-Format und Beispiele für RSGB-HF-Conteste
Bundesnetzagentur: Amateurfunk und Zeugnisklasse N





